Große Bedenken gegenüber der Hessentagsidee

Bei der letzten Sitzung des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen am 22. November 2018 haben die Pfungstädter Grünen ausführlich über die Idee diskutiert, den Hessentag 2023 in Pfungstadt auszurichten. Insgesamt überwiegen die Bedenken – nicht nur wegen der hohen Kosten für die Stadt, sondern insbesondere wegen der zu erwartenden massiven ökologischen Belastungen.

Bürgermeister Koch spricht von bis zu 8,5 Mio. € Landeszuschüssen, wovon 2 Mio. als Defizit-Ausgleich verwendet werden dürfen und vermutlich auch verwendet werden müssen. „Es ist zu vermuten, dass auch die anderen hessischen Städte, die den Hessentag ausgerichtet haben, zu Beginn und in der politischen Entscheidungsphase fest entschlossen waren, keine Defizite auflaufen zu lassen. Wir kennen das doch von vielen anderen Projekten, dass ein solcher Sparsamkeits-Vorsatz zwar honorig ist, aber praktisch nie eingehalten wird: Irgendwie wird es zuletzt immer teurer als gedacht!“, meint Jenny Beutler, GRÜNE OV-Vorsitzende. Vor einer endgültigen Positionierung soll aber die Vorlage eines Konzeptes abgewartet werden, aus dem Inhalte, Kosten und Finanzierung deutlich werden.
Ihr Co-Vorsitzender Klaus Marake äußert die Befürchtung, dass vermutlich der größte Teil der 6,5 Mio. € Landeszuschüsse dafür benutzt wird, Zufahrtstraßen und Parkplätze zu errichten. „Wenn der infrastrukturelle Schub für Pfungstadt darin besteht, weitere Flächen von Pfungstadt zuzubetonieren und Grünflächen zu zerstören, empfinden wir den Hessentag weder als förderlich für die Stadt noch als Zukunftsprojekt.“ Dabei gebe es natürlich viele Infrastruktur-Projekte, die wichtig für Pfungstadt wären: Wenn der Hessentag in Pfungstadt statt großer Konzerte kleinere Beach-Partys in einem neuen Schwimmbad bedeuten würde, wenn Pfungstädter Moor und Pfungstädter Wald besser geschützt würden, wenn die Radwegeverbindungen verbessert und ausgebaut würden – das alles fänden die GRÜNEN gut und wichtig. „Aber es ist ja keine Landesgartenschau, die hier angestrebt wird, sondern eine mehrtägige Riesenfete, die 10-tausende Parkplätze braucht und die die Stadt massiv belasten wird.“
Jenny Beutler ergänzt: „Es ist für uns GRÜNE immer wieder erstaunlich, dass alle Menschen das Abschmelzen der Polkappen und das Verschwinden der Eisbären bedauern – das scheint alles weit weg. Wenn es aber vor Ort um ökologische Fragen geht, sind der Maßstab für gute Entwicklung Wirtschaftswachstum und neue Straßen. Das wollen wir als GRÜNE auf keinen Fall.“ BH